Kamera & Co.

Von Apple bis Nikon

Insider

Fachwissen für Fotografen

Unternehmen

Lieferbetriebe berichten

Veranstaltungen

wohin Fotografen gehen

Editors' choice

wissenswertes & lesbares

Home » Allgemein, Editors' choice, Personen

Erich Lessing schenkt sein Lebenswerk der Nationalbibliothek

Eingereicht |

Erich Lessing, einer der berühmtesten Fotografen Österreichs, hat der Österreichischen Nationalbibliothek 60.000 Bilder als großzügige Schenkung übergeben. Darunter befinden sich so bekannte Aufnahmen wie jene von der Unterzeichnung des Staatsvertrages 1955 oder vom Ungarnaufstand 1956. Rechtzeitig zum 90. Geburtstag Lessings am 13. Juli 2013 ist damit eines der bedeutendsten privaten Fotoarchive des Landes für die Zukunft gesichert und der Öffentlichkeit zugänglich.

Die umfangreiche Sammlung, die im Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek verwahrt wird, ist eine beeindruckende Dokumentation des 20. Jahrhunderts in Bildern. Rund 20.000 Schwarzweiß-Negative aus der Zeit von 1950 bis 1970 dokumentieren Meilensteine der Zeitgeschichte ebenso wie Szenen aus dem Alltagsleben der Nachkriegszeit. Einzigartig auch Lessings Portraitserien mit Aufnahmen prominenter politischer Persönlichkeiten wie Charles de Gaulle, Konrad Adenauer, Willy Brandt, Dwight D. Eisenhower oder Nikita Chruschtschow mit der Axt. Wesentlicher Teil der Schenkung ist auch das „Erich Lessing Kunst- & Kulturarchiv“ mit rund 40.000 großformatigen Farbdias zu Themen der europäischen Kulturgeschichte, die Lessing seit Mitte der 1950er Jahre angefertigt hat.

„Ich freue mich“, so Erich Lessing bei der Übergabe, „dass mein fotografischer Nachlass als Schenkung in der Österreichischen Nationalbibliothek sachgemäß aufbewahrt und archiviert wird und damit in aller Zukunft einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich ist.“ Generaldirektorin Johanna Rachinger ergänzt: „Die Österreichische Nationalbibliothek verwahrt in ihrem Bildarchiv einmalige Schätze der österreichischen Fotografie vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Durch diese großzügige Schenkung Erich Lessings können wir unsere Bestände ganz wesentlich erweitern und ergänzen.“

Erich Lessing, am 13. Juli 1923 in Wien geboren, startete seine Karriere Ende der 1940er Jahre bei Associated Press als Fotoreporter. 1951 wurde er Mitglied der berühmten Pariser Fotoagentur „Magnum Photos“, für die auch Robert Capa und Henri Cartier-Bresson fotografierten. Lessing war für die wichtigsten europäischen Zeitungen und Magazine tätig wie „Life“, „Paris Match“, „Epoca“ und „Quick“. 2012, im Alter von 89 Jahren, eröffnete er seine eigene Fotogalerie in Wien.

Die Sammlung Bildarchiv und Grafiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek verwahrt derzeit über 3,1 Millionen Werke, darunter rund 2,6 Millionen analoge und digitale Bilddokumente. Sie ist damit die größte Bilddokumentationsstelle Österreichs und archiviert u.a. die Werke so bekannter Pressefotografen wie Leo Ernst, Albert Hilscher, Lothar Rübelt, Joe Heydecker oder Harry Weber.

Foto: Leopold Figl mit dem Staatsvertrag am Balkon des Wiener Belvedere, 1955, © Erich Lessing / ÖNB